Ziele
Das übergeordnete strategische Ziel der Pandemievorbereitung und -bewältigung ist der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen.
Dieses übergeordnete Ziel wird durch neun operative Unterziele erreicht (Abbildung 1). Die Unterziele orientieren sich an den Entwicklungsphasen einer Pandemie:
- Nationale und internationale Zusammenarbeit: Die Zusammenarbeit auf internationaler, nationaler, kantonaler und lokaler Ebene gewährleistet eine koordinierte und effektive Pandemievorbereitung und -bewältigung. Die Rechtlichen Grundlagen bilden das Fundament dieser Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit wird regelmässig geübt und bei Bedarf optimiert. Die jeweiligen Rollen der Akteure werden unter Zuständigkeiten erläutert.
- Früherkennung und Risikobeurteilung: Durch Krankheitserreger verursachte besondere Gefährdungen der öffentlichen Gesundheit in der Schweiz werden frühzeitig erkannt. Die dafür notwendigen Systeme werden in Überwachung beschrieben.
- Governance: Eine klare und verbindliche Krisenorganisation steuert und koordiniert die Pandemiebewältigung, um die operativen Ziele effizient zu erreichen. Im Krisenfall übernimmt die Krisenorganisation der Bundesverwaltung diese Aufgabe.
- Prävention und Risikominderung: Vorbeugende Massnahmen reduzieren das Risiko einer Ansteckung mit dem Krankheitserreger und schützen die Gesundheit der Bevölkerung. Die Grundlagen von präventiven Massnahmen werden in Interventionsebenen und die verfügbaren Massnahmen in Infektionskontrolle erläutert. Der Umgang mit vulnerablen Personen und Gruppen wird in Chancengerechtigkeit beschrieben.
- Sicherstellung der Gesundheitsversorgung: Die Gesundheitsversorgung bleibt im Pandemiefall belastbar und gewährleistet eine angemessene medizinische Betreuung der Bevölkerung im Rahmen der verfügbaren Ressourcen. Die Akteure und Aufgaben sowie der Einsatz von Heilmitteln werden in Gesundheitsversorgung und Impfung beschrieben. Das Querschnittthema Versorgungssicherheit legt zudem die Zuständigkeiten für die Sicherstellung der Grundversorgung mit medizinischen Gütern fest.
- Eindämmung oder Abschwächung: Die Ausbreitung des Krankheitserregers wird eingedämmt oder abgeschwächt, um gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen zu reduzieren. Eine Reihe von Massnahmen der Infektionskontrolle stehen dabei zur Verfügung und setzen auf verschiedenen Interventionsebenen an.
- Minimierung der Auswirkungen: Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden so gering wie möglich gehalten, um das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden der Bevölkerung sowie die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft zu unterstützen. Das Querschnittsthema Auswirkungen beschreibt die erforderlichen Massnahmen, um die Resilienz der Gesellschaft und Wirtschaft zu stärken.
- Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Funktionalität: Kritische Infrastrukturen sollen im Pandemiefall funktionsfähig bleiben, und weitere pandemiebedingte Ausfälle werden rasch behoben, um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Erholung zu gewährleisten. Das Querschnittsthema Ressourcen beschreibt die Prozesse zur Sicherstellung eines ausreichenden Finanz- und Personalbedarfs. Das Querschnittsthema Auswirkungen erklärt zudem, wie die soziale und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit gezielt gefördert werden kann.
- Kommunikation und Dialog: Alle Akteurinnen und Akteure verfügen während jeder Phase der Pandemie über die für sie relevanten Informationen und können sich am Dialog beteiligen. Das Querschnittsthema Kommunikation beschreibt die dafür notwendigen Grundlagen und definiert klare Zuständigkeiten, um einen effektiven Informationsaustausch sicherzustellen.

