Überwachung
Die Erfassung und Analyse von Daten zu Krankheitserregern und übertragbaren Krankheiten ist ein zentraler Bestandteil der Pandemievorbereitung und -bewältigung. Die Überwachung (Surveillance) unterstützt die Früherkennung und Risikobeurteilung von Gefährdungen für die öffentliche Gesundheit. Sie bildet die Grundlage für eine fundierte Lagebeurteilung und die zielgerichtete Steuerung von Massnahmen.
Hintergrund und Zielsetzung: Die Überwachung von Krankheitserregern und übertragbaren Krankheiten ist essenziell für die frühzeitige Erkennung von Gefährdungen der öffentlichen Gesundheit und für die effektive Bewältigung von Pandemien. Die Erfassung und Analyse epidemiologischer, klinischer und weiterer relevanter Daten ermöglicht die Einschätzung der epidemiologischen Lage, die Risikobeurteilung und die Evaluation von Massnahmen. Sie unterstützt das Krisenmanagement und gewährleistet evidenzbasierte Entscheidungen in der Pandemievorbereitung und -bewältigung. Ziel des Themas ist es, einen Überblick über die verschiedenen Systeme zur Früherkennung und Überwachung von Mensch und Tier sowie zum Monitoring von Massnahmen zu geben. Zudem soll das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren in der Pandemievorbereitung und -bewältigung erläutert werden.
Zielgruppe: Das Thema Überwachung richtet sich an die operativen Stellen auf Bundes- und Kantonsebene, an Labore, Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie an Fachleute aus den Bereichen Medizin, Veterinärmedizin und öffentliche Gesundheit.
Grundlagen: Rechtlich basiert die Überwachung auf dem Epidemiengesetz (EpG, SR 818.101) und dem Tierseuchengesetz (TSG, SR 916.40). Diese regeln die Anforderungen an die Erhebung und Meldung von Daten zu Krankheitserregern. Wissenschaftlich stützt sich die Überwachung auf etablierte Methoden zur Erfassung und Analyse epidemiologischer Daten, einschliesslich internationaler Standards zur Datenverarbeitung und -weitergabe.
Strategische Aspekte: Die Überwachung basiert auf verschiedenen, sich ergänzenden Systemen. Diese müssen flexibel an den sich verändernden Informationsbedarf angepasst werden, um schnell auf neue Ereignisse reagieren und evidenzbasierte Entscheidungen treffen zu können. Die Überwachungsstrategie passt sich den jeweiligen Pandemiephasen an und verfolgt den One Health-Ansatz, um Mensch, Tier und Umwelt ganzheitlich zu erfassen.
Operative Aspekte: Die Erfassung der Daten wird durch permanent betriebene Überwachungssysteme sichergestellt, die bei Bedarf durch zusätzliche Systeme erweitert werden können. Die Koordination der Datenerfassung stellt sicher, dass Daten kontinuierlich und in hoher Qualität erfasst, zwischen Systemen integriert und effizient zwischen den beteiligten Akteurinnen und Akteuren ausgetauscht werden. Die fortlaufende Analyse der Überwachungsdaten ist entscheidend, um frühzeitig auf Veränderungen im epidemiologischen Verlauf zu reagieren, zeitnah Massnahmen zur Eindämmung oder Abschwächung zu ergreifen und die Wirksamkeit dieser Massnahmen in Echtzeit zu bewerten.
Risiken und Herausforderungen: Zu Beginn einer Pandemie können diagnostische Methoden nur eingeschränkt verfügbar sein. Eine weitere Herausforderung besteht in der Skalierbarkeit der Überwachungssysteme, die auch bei einem schnellen Anstieg der Datenmengen in der Pandemiephase robust betrieben werden müssen. Eine unzureichende Interoperabilität der verschiedenen Systeme kann zu verzögerten und unvollständigen Lagebeurteilungen führen. Lösungsansätze umfassen die Standardisierung der Schnittstellen und die Automatisierung des Datentransfers und der Datenanalyse.
Zuständigkeiten: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) legt in enger Zusammenarbeit mit weiteren Bundesbehörden, kantonalen Behörden und internationalen Organisationen die Überwachungsstrategie und -ziele fest. Es koordiniert die Datenerfassung und -analyse auf nationaler Ebene. Die Kantone, Swissmedic, nationale Referenzlabore und weitere Fachstellen übernehmen in der Diagnostik und Datenerfassung operative Aufgaben.
Grundlagen der Überwachung
Die Überwachung unterstützt das Krisenmanagement, bewertet die epidemiologische Lage, ermöglicht Früherkennung und Frühwarnungen sowie Massnahmen zur Infektionskontrolle. Sie liefert Daten für die Risikobewertung der Pandemie sowie für die Planung und Evaluation von Massnahmen.
Labordiagnostik
Während einer Pandemie liegt der Fokus auf mikrobiologischen Analysen zu übertragbaren Infektionskrankheiten, einschliesslich Zoonosen.
Früherkennung
Früherkennung basiert auf internationalen Netzwerken, etablierten Überwachungssystemen, starken Labornetzwerken, nationalen Referenzzentren und bereichsübergreifender Zusammenarbeit im One Health-Ansatz.
Überwachung der Krankheitserreger
Die Überwachung von Krankheiten, Erregern und Vektoren ist entscheidend für Risikoanalysen und Infektionskontrolle. Permanente Systeme bilden die Grundlagen, bei Pandemien können zusätzliche Überwachungssysteme nötig sein.
Früherkennung und Überwachung im Veterinärbereich
Überwachung ist wichtig, um das Auftreten von Zoonosen in Tieren frühzeitig zu erkennen, ihre Ausbreitung zu verhindern und die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Lebensmittelproduktion zu schützen.
Monitoring der Massnahmen
Das Monitoring der Gesundheitsversorgung und von getroffenen Massnahmen liefert wichtige Daten für Entscheidungen zur Infektionskontrolle bei Menschen und Tieren.
Digitale Datenflüsse
Digitale Datenflüsse ermöglichen einen medienbruchfreien, standardisierten und automatisierten Austausch. Epidemiologische Daten können so zentral, schnell und verlässlich genutzt werden.
