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Veröffentlicht am 1. Juli 2025

Infektionskontrolle

Die Infektionskontrolle zielt darauf ab, die Ausbreitung von Krankheitserregern einzudämmen oder abzuschwächen. Sie umfasst Fall- und Kontaktmanagement, Ausbruchsmanagement und nicht-pharmazeutische Massnahmen sowie betriebliche, grenzüberschreitende und veterinärmedizinische Vorkehrungen.

Hintergrund und Zielsetzung: Die Infektionskontrolle umfasst das Fall- und Kontaktmanagement zur raschen Identifikation von Infektionsquellen und Ausbrüchen, nicht-pharmazeutische Massnahmen, Testung, betriebliche Schutzvorkehrungen, grenzüberschreitende Interventionen sowie Massnahmen im Veterinärbereich zur Prävention von zoonotischen Übertragungen. Diese vielfältigen Ansätze sind zentral, um die Ausbreitung von Krankheitserregern einzudämmen oder abzuschwächen und Risikogruppen zu schützen. So leistet die Infektionskontrolle einen entscheidenden Beitrag zur Verringerung von Morbidität und Mortalität sowie zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen während einer Pandemie. Ziel des Themas ist es, die Grundlagen und Umsetzung der unterschiedlichen Ansätze zu beschreiben und damit eine vorausschauende, koordinierte Pandemievorbereitung und -bewältigung sicherzustellen. Das Thema Impfung wird an anderer Stelle behandelt.

Zielgruppe: Die Inhalte richten sich an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf Bundes- und Kantonsebene, an Akteurinnen und Akteure im Gesundheits- und Veterinärwesen, in Betrieben, Laboren sowie an operative Stellen, die bei der Umsetzung von Massnahmen aktiv sind.

Grundlagen: Rechtliche Grundlagen bilden das Epidemiengesetz (EpG, SR 818.101), das Tierseuchengesetz (TSG, SR 916.40) sowie die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV, SR 0.818.103). Wissenschaftlich stützen sich die Konzepte auf epidemiologische Erkenntnisse zur Ausbreitung von Erregern und der wissenschaftlichen Evidenz zur Wirksamkeit von Massnahmen.

Strategische Aspekte: Die Infektionskontrolle orientiert sich an den Pandemiephasen und dem operativen Ziel der Eindämmung oder Abschwächung. Das Konzept der Test-Trace-Isolate-Quarantine-Strategie (TTIQ-Strategie) zielt auf eine frühzeitige Identifikation infektiöser Personen ab. Parallel dazu tragen nicht-pharmazeutische Massnahmen, betriebliche Schutzkonzepte und grenzüberschreitende Vorkehrungen dazu bei, Übertragungsketten zu unterbrechen und die Einschleppung von Erregern zu verhindern oder zeitlich zu verzögern. Der Veterinärbereich koordiniert sich eng mit dem Gesundheitssektor, um zoonotische Übertragungen zu verhindern.

Operative Aspekte: Operativ wird Infektionskontrolle durch konkrete Instrumente umgesetzt: Testung in Form von PCR-Tests oder Antigen-Schnelltests, konsequentes Ausbruchsmanagement bei Clustern, Quarantäne- und Isolationsanordnungen sowie nicht-pharmazeutische Massnahmen wie Masken, Homeoffice oder Kapazitätsbeschränkungen bei Veranstaltungen. Betriebe etablieren Sicherheits- und Kontinuitätspläne, Grenzübergänge können Screening-Verfahren einsetzen und das Veterinärwesen überwacht Zoonosen und informiert zuständige Stellen. All diese Massnahmen greifen ineinander und passen sich flexibel an die epidemiologische Lage an.

Risiken und Herausforderungen: Mögliche Hindernisse ergeben sich aus knappen Ressourcen, negativen Auswirkungen von Massnahmen und Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung. Eine enge Abstimmung aller Akteurinnen und Akteure sowie eine transparente Kommunikation und ein offener Dialog erhöhen die Wirksamkeit der Infektionskontrolle.

Zuständigkeiten: Die Massnahmen zur Infektionskontrolle werden von Bund, Kantonen sowie einzelnen Institutionen entweder als Empfehlungen oder verbindliche Vorgaben eingeführt und umgesetzt. Betriebe und Labore sind in die operative Umsetzung eingebunden.

Fall- und Kontaktmanagement

Das Fall- und Kontaktmanagement zielt darauf ab, Infektionsquellen zu identifizieren, Übertragungsketten zu unterbrechen und vulnerable Gruppen zu schützen.

Ausbruchsmanagement

Die schnelle Erkennung von Ausbrüchen und Veranstaltungen mit hohem Übertragungspotenzial ist entscheidend, um Massnahmen zur Unterbrechung von Übertragungsketten rasch umzusetzen.

Nicht-pharmazeutische Massnahmen

Nicht-pharmazeutische Massnahmen (NPI) zielen darauf ab, die Ausbreitung von Krankheitserregern einzudämmen oder abzuschwächen. Sie werden von Bund, Kantonen und Institutionen umgesetzt.

Testung

Diagnose und Testung von Krankheitserregern sind wichtige Ansätze zur Infektionskontrolle. Sie können helfen, einschneidende Massnahmen zu minimieren.

Massnahmen in Betrieben

Massnahmen in Betrieben sind wichtig, um Infektionsrisiken am Arbeitsplatz zu minimieren sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Infrastrukturen zu sichern.

Grenzüberschreitende Massnahmen

Massnahmen an den Grenzen beinhalten Grenzschliessungen und Quarantänen, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Massnahmen im Veterinärbereich

Bei der Feststellung von Zoonosen in Tieren informieren Tierärztinnen und Tierärzte die kantonalen Veterinärämter und diese die zuständigen Behörden, um eine Ausbreitung zu verlangsamen oder zu verhindern.