Veröffentlicht am 1. Juli 2025
Glossar
Abschwächung (engl. mitigation): Strategie der Infektionskontrolle, die darauf abzielt, die Ausbreitung eines Krankheitserregers zu verlangsamen und die Anzahl der gleichzeitig infizierten und zu versorgenden Personen zu reduzieren, um eine übermässige Belastung oder Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.
Aerogen: Verbreitung von Krankheitserregern über die Luft in Form von Tröpfchen oder Aerosolen, die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen entstehen.
Aerosol: Flüssige oder feste Partikel, die in einem Gas (z. B. Luft) suspendiert sind. Sie können als Träger für Krankheitserreger dienen und somit zur Übertragung von Infektionskrankheiten beitragen.
Anspruchsgruppen: Anspruchsgruppen in einer Pandemie sind alle Personen und Gruppen, die von Entscheidungen und Massnahmen betroffen sind oder Einfluss auf die Umsetzung der Massnahmen haben, wie etwa die Bevölkerung, Gesundheitsbehörden, medizinisches Personal, Unternehmen und Medien. Sie sind entscheidend für die Umsetzung und Akzeptanz von Schutzmassnahmen und Informationskampagnen.
Antigen: Stoffe, die vom Immunsystem als fremd erkannt werden und eine Immunreaktion (Abwehrreaktion des Körpers) auslösen können.
Antigendrift: Schrittweise Veränderung der Oberflächenantigene eines Virus (insbesondere bei Influenza) durch Punktmutationen.
Antigenshift: Plötzliche und umfassende Veränderung der Oberflächenantigene des Influenzavirus, oft durch den Austausch genetischen Materials verschiedener Virusstämme.
Antikörper: Teile des Immunsystems, die der spezifischen Erkennung und dem Unschädlichmachen körperfremder Stoffe (Antigene) dienen.
Antizipierbarkeit: Die Antizipierbarkeit bezeichnet die Vorhersehbarkeit der nächsten Ereignisse.
Arzneimittel: Arzneimittel sind Produkte chemischen oder biologischen Ursprungs, die zur medizinischen Einwirkung auf den menschlichen oder tierischen Organismus bestimmt sind oder angepriesen werden. Der Begriff Arzneimittel umfasst neben Medikamenten beispielsweise auch Kontrastmittel oder Blutpräparate. Arzneimittel werden im Heilmittelgesetz (HMG, SR 812.21), der Arzneimittelverordnung (VAM, SR 812.212.21), der Arzneimittel-Zulassungsverordnung (AMZV, SR 812.212.22), der Arzneimittel-Bewilligungsverordnung (SR 812.212.1) und weiteren Verordnungen geregelt.
Atemschutzmasken (FFP2-Masken): Atemschutzmasken schützen den Träger oder die Trägerin vor Aerosolen und flüssigen Partikeln. Sie gelten als persönliche Schutzausrüstung und unterliegen der Verordnung über die Sicherheit von persönlichen Schutzausrüstungen (PSAV, SR 930.115). Atemschutzmasken bieten gegenüber Gesichtsmasken einen zusätzlichen Schutz in Situationen, in denen ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht (z. B. bei medizinischen Verfahren, bei denen das Risiko besteht, dass Atemwegssekrete aerosolisiert werden in schlecht belüfteten Räumen) und für Personen, die ein erhöhtes Schutzbedürfnis haben. Damit eine Atemschutzmaske einen erhöhten Schutz erzielen kann, müssen die Grösse und Passform optimal an die Gesichtsform angepasst sein und die Maske muss eng am Gesicht anliegen.
Ausbruch: Plötzliches, gehäuftes Auftreten von Infektionsfällen, die das zu erwartende Mass innerhalb eines bestimmten Zeitraums, an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten Personengruppe überschreiten und bei denen eine gemeinsame Infektionsquelle oder ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich oder bestätigt ist.
Ausserordentliche Lage: Bei einer akuten schweren Bedrohung der öffentlichen Gesundheit und wenn die im Epidemiengesetz vorgesehenen Massnahmen nicht genügen, kann der Bundesrat gemäss Artikel 7 EpG die notwendigen Massnahmen für das ganze Land oder für einzelne Landesteile anordnen. Konkret geht es um Situationen, die zu einer Bedrohung der äusseren oder inneren Sicherheit des Landes führen und ein rasches und zielgerichtetes Eingreifen erfordern, für die das Gesetz keine spezifische Regelung bereit hält.
Backward Tracing: Die rückwärtige Kontaktverfolgung ist eine Methode des Contact Tracings, bei der versucht wird, die Infektionsquelle einer infizierten Person zu ermitteln – etwa den Ort, den Anlass oder die Person, von der die Ansteckung ausging. Dabei wird zurückverfolgt, wo sich die infizierte Person in der relevanten Zeit aufgehalten hat und mit wem sie in Kontakt stand. Diese Methode ermöglicht es, weitere potenziell infizierte Personen zu identifizieren, die bislang unentdeckt geblieben sein könnten.
Basisorganisation für Krisenmanagement (BOK): Dauerhafte Struktur beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS). Sie ermöglicht Kontinuität und erhöht die Einheitlichkeit beim Krisenmanagement der Bundesverwaltung. Sie unterstützt die Bundesverwaltung bei der Vorbereitung und Bewältigung von Krisen.
Basis-Reproduktionszahl R0: Epidemiologischer Parameter, der die durchschnittliche Anzahl an Personen beschreibt, die eine infizierte Person ansteckt, wenn keine Immunität in der Bevölkerung besteht und keine Massnahmen zur Infektionskontrolle ergriffen werden.
Befallsrate (engl. attack rate): Anteil einer Population, der mit einem Krankheitserreger infiziert wird.
Besondere Lage: Gemäss Artikel 6 EpG liegt eine besondere Lage vor, wenn die ordentlichen Vollzugsorgane nicht in der Lage sind, den Ausbruch und die Verbreitung übertragbarer Krankheiten zu verhüten und zu bekämpfen. Zudem bestehen eine erhöhte Ansteckungs- und Ausbreitungsgefahr, eine besondere Gefährdung der öffentlichen Gesundheit oder schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Wirtschaft oder andere Lebensbereiche. Eine besondere Lage liegt auch vor, wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgestellt hat, dass eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite besteht und dadurch in der Schweiz eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit droht.
Biosafety Level (BSL): Das Biosafety Level (BSL) oder die biologische Sicherheitsstufe bezeichnet ein Klassifizierungssystem, das den erforderlichen Grad an Sicherheitsmassnahmen zur sicheren Handhabung von Krankheitserregern in Laboren festlegt. Je höher die BSL, desto strenger sind die Sicherheitsanforderungen, wobei bei BSL-4 die höchsten Sicherheitsvorkehrungen gelten.
Contact Tracing (Kontaktverfolgung): Nachverfolgen von Kontaktpersonen, aktives Ermitteln von Personen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten und infiziert sein könnten.
Desinfektionsmittel: Substanzen oder Zubereitungen, um Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze auf Oberflächen oder in der Luft zu inaktivieren oder abzutöten. Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion und Flächendesinfektion werden im Chemikaliengesetz (ChemG, SR 813.1) und der Biozidprodukteverordnung (VBP, SR 813.12) geregelt. Desinfektionsmittel zur Desinfektion oder Sterilisation von Medizinprodukten werden im Heilmittelgesetz (HMG, SR 812.21) und in der Medizinprodukteverordnung (MepV, 812.213) geregelt.
Desinformation: Desinformationen sind irreführende Falschinformationen. Sie können ganz bewusst in Umlauf gebracht werden, um Angst zu schüren und daraus Profit zu schlagen (z. B. Erhalt von Spendengelder).
Dispersionsfaktor k: Epidemiologischer Parameter, der die ungleiche Verteilung der Sekundärfälle beschreibt, die zu Superspreading führen kann.
Eindämmung (engl. containment): Strategie der Infektionskontrolle, die darauf abzielt, die Ausbreitung eines Krankheitserregers zu stoppen.
Empfohlene Basisimpfungen: Unerlässliche Impfungen für die individuelle und öffentliche Gesundheit, die für das Wohlbefinden der Bevölkerung einen unerlässlichen Schutz bieten. Diese sind von der Ärzteschaft ihren Patientinnen und Patienten gemäss den Vorgaben des Schweizerischen Impfplans zu empfehlen und haben ein Durchimpfungsziel.
Empfohlene ergänzende Impfungen: Impfungen, die einen optimalen individuellen Schutz bieten und für Personen bestimmt sind, die sich gegen klar definierte Risiken schützen wollen. Der individuelle Schutz steht hier im Vordergrund. Die Ärzteschaft hat ihre Patientinnen und Patienten über deren Existenz und Empfehlung gemäss den Vorgaben des Schweizerischen Impfplans zu informieren.
Empfohlene Impfungen Risikogruppen/Risikosituationen: Impfungen für Gruppen oder Situationen, für die ein erhöhtes Risiko für Komplikation, invasive Infektion, Exposition oder Übertragung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung besteht. Die Impfung wird für das jeweilige Impfziel pro Gruppe/Situation als nutzbringend eingestuft und die notwendigen Anstrengungen von Seiten der Ärztin oder des Arztes sind gerechtfertigt, um die Risikopersonen zu erreichen und ihnen diese Impfungen gemäss dem Schweizerischen Impfplan zu empfehlen.
End of Life Care: End of Life Care ist der englische Fachbegriff für Medizin, Pflege und Begleitung in der letzten Lebensphase. Er beinhaltet medizinische, psychologische, spirituelle und soziokulturelle Aspekte. Die Kommunikation mit Patient und Angehörigen und die Begleitung der Angehörigen haben einen hohen Stellenwert. Am Lebensende können sich besondere ethische Fragen stellen, beispielsweise zum Verzicht oder Abbruch einer Behandlung, zur Patientenverfügung oder zu einer Sedation (künstlicher Schlaf).
Endemie: Kontinuierliches Vorkommen einer (Infektions-)Krankheit mit stabiler Inzidenz in einer bestimmten geografischen Region oder Population über einen längeren Zeitraum hinweg.
Epidemie: Zeitliche und örtliche Häufung einer (Infektions-)Krankheit innerhalb einer Population.
Epidemiologie: Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten in Bevölkerungsgruppen sowie den Faktoren, die diese beeinflussen.
Ethik: Ethik ist die philosophische Disziplin, die sich mit den Prinzipien und Konzepten des richtigen Handelns und der moralischen Werte beschäftigt. In einem Pandemieplan dient Ethik als Grundlage, um Entscheidungen zu treffen, die das Wohl der Gesellschaft fördern und gleichzeitig individuelle Rechte respektieren.
Ethikkommission: Eine Ethikkommission ist ein unabhängiges Gremium, das ethische Aspekte von Entscheidungen und Massnahmen prüft. Kommissionen können Empfehlungen geben, z. B. zu Priorisierungen bei der Verteilung knapper Ressourcen.
Evaluation: Evaluation bezeichnet die systematische Bewertung von Prozessen, Massnahmen und Ergebnissen. Sie dienen dazu, die Wirksamkeit von Strategien zu überprüfen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.
Fallsterblichkeit (engl. case fatality ratio): Anteil der diagnostizierten Fälle, die an der Infektionskrankheit sterben.
Fehlinformationen: Fehlinformationen respektive Fake News sind falsche oder ungenaue Informationen, die beabsichtigt oder unbeabsichtigt verbreitet werden und zu Missverständnissen oder falschem Wissen führen können.
Folgenabschätzung, auch Gesundheitsfolgenabschätzung (Health Impact Assessment): Ein Prüfverfahren, um einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen von Massnahmen zu erhalten; dazu gehören auch unbeabsichtigte und negative Auswirkungen. Zu berücksichtigen sind neben kurzfristigen Folgen auch mittel- und langfristige Folgen.
Forward Tracing: Die vorwärtsgerichtete Kontaktverfolgung ist eine Methode des Contact Tracings, bei der Personen identifiziert werden, die nach der Infektion einer Person mit dieser in Kontakt standen und sich dabei möglicherweise angesteckt haben.
Generationszeit: Zeitspanne von der Ansteckung einer infizierten Person bis zur Übertragung des Krankheitserregers auf eine von ihr angesteckte Person.
Genomische Sequenzierung: Molekularbiologisches Analyseverfahren, bei dem die Abfolge der Nukleotide in einem DNA-Strang bestimmt wird. Damit kann die Erbinformation (Genom oder Gene) von Organismen entschlüsselt werden.
Gerechtigkeit: Gerechtigkeit beschreibt das Prinzip der fairen und ausgewogenen Verteilung von Ressourcen, Lasten und Chancen. In einer Pandemie umfasst dies beispielsweise den gleichberechtigten Zugang zu medizinischer Versorgung und Impfstoffen für alle Menschen.
Gesundheit: Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.
Gesundheitliche Chancengerechtigkeit: Beschreibt das Schaffen von Bedingungen, die es allen Menschen gleichermassen ermöglichen, ein gesundes Leben zu führen.
Gesundheitsfolgenabschätzung (Health Impact Assessment): Ein Prüfverfahren, um einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen von Massnahmen zu erhalten; dazu gehören auch unbeabsichtigte und negative Auswirkungen. Zu berücksichtigen sind neben kurzfristigen Folgen auch mittel- und langfristige Folgen. Siehe Folgenabschätzung.
Good Distribution Practice (GDP): Die Leitlinien für die Gute Vertriebspraxis von Arzneimitteln für Menschen (Good Distribution Practice of Medicinal Products for Human Use, GDP) stellen die Kontrolle der Vertriebskette sicher und sollen verhindern, dass gefälschte Arzneimittel in legale Lieferketten gelangen. Sie schützen damit Qualität und Unversehrtheit von Arzneimitteln.
Good Manufacturing Practice (GMP) für Arzneimittel in kleinen Mengen: Die Regeln der Guten Herstellungspraxis für Arzneimittel in kleinen Mengen gemäss Kapitel 20.1 der Pharmacopoea Helvetica gelten für die mengenmässig begrenzte Herstellung der von der Zulassungspflicht befreiten Arzneimittel nach Artikel 9 Absatz 2 des Heilmittelgesetzes (HMG, SR 812.21).
Good Manufacturing Practice (GMP): Gute Herstellungspraxis für Arzneimittel. GMP stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten sichere Arzneimittel in hoher Qualität erhalten. Die Qualitätsansprüche müssen während der Herstellung, Verpackung und Lagerung von Arzneimitteln erfüllt werden. Betriebe müssen die GMP-Vorschriften befolgen, um eine Herstellungserlaubnis zu bekommen.
Governance: Gemäss Bundesamt für Statistik beschreibt Governance die Art und Weise, wie Entscheide im Zusammenspiel staatlicher und nichtstaatlicher Akteure erarbeitet, getroffen und umgesetzt werden.
Handhygiene: Praxis des gründlichen Waschens, Desinfizierens oder Pflegens der Hände, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Handhygiene ist im Alltag wie im Gesundheitswesen wichtig.
Heilmittel: Heilmittel werden bei der Erkennung, Verhütung und Behandlung von Krankheiten, Verletzungen und Behinderung eingesetzt. Heilmittel sind Arzneimittel (inklusive Impfstoffe) und Medizinprodukte.
Hospitalisierungsrate: Anteil der infizierten Personen, die aufgrund der Infektionskrankheit hospitalisiert werden müssen.
Integrität: Integrität bedeutet, ehrlich und zuverlässig zu sein und sich an moralische Regeln zu halten. Ein Pandemieplan sollte sicherstellen, dass wichtige Werte und Prinzipien immer respektiert werden.
Interpandemische Phase: Der Krankheitserreger mit pandemischem Potenzial tritt nur sporadisch ausserhalb der Schweiz auf. Auf diese Phase folgt die initiale Phase.
Inzidenz: Häufigkeit einer Krankheit (oder Infektion) in einer Bevölkerungsgruppe über einen bestimmten Zeitraum.
Isolation: Eine befristete Separation von Personen, die krank oder angesteckt sind oder Krankheitserreger ausscheiden. In Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe b Epidemiengesetz (EpG, SR 818.101) wird die Massnahme als «Absonderung» bezeichnet und kann behördlich angeordnet werden. Im revidierten Epidemiengesetz ist vorgesehen, neu den mittlerweile gebräuchlichen Begriff «Isolation» zu verwenden
Kampagne: Eine Kampagne ist eine strategisch geplante und zeitlich begrenzte Marketingmassnahme, die auf die Erreichung spezifischer Marketingziele ausgerichtet ist. Diese Ziele können beispielsweise die Steigerung des Bekanntheitsgrades, die Einführung eines neuen Produkts, die Förderung des Absatzes oder die Stärkung der Kundenbindung umfassen. Eine Kampagne nutzt dabei häufig verschiedene Kanäle wie Social Media, Print, TV, Online und weitere, um eine gezielte Botschaft an eine bestimmte Zielgruppe zu kommunizieren.
Kinder und Jugendliche: Gemäss dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes (KRK) gelten alle Personen unter 18 Jahren als Kind. Dabei wird unterschieden zwischen der frühen Kindheit (0–5 Jahre), der mittleren Kindheit (6–12 Jahre) und der Präadoleszenz (12–14 Jahre). Die Kategorie «Jugendliche» umfasst die Teenager (15–18 Jahre) und die jungen Erwachsenen (18–25 Jahre).
Konformitätsbewertung: Durch ein Konformitätsbewertungsverfahren weist der Hersteller nach, dass ein Produkt die in den anzuwendenden Richtlinien oder Verordnungen der Europäischen Union enthaltenen grundlegenden Anforderungen einhält. Das Konformitätsbewertungsverfahren muss vom Hersteller für jedes Produkt vor dem erstmaligen Inverkehrbringen durchgeführt werden. Das sichtbare Resultat einer erfolgten Konformitätsbewertung ist das so genannte CE-Zeichen. Die Konformitätsbewertung ist in der Medizinprodukteverordnung (MepV, SR 812.213) geregelt.
Kontagiosität: Mass der Übertragungsfähigkeit eines Krankheitserregers.
Krisenkommunikation: Krisenkommunikation bezeichnet die gezielte und strategische Kommunikation, die in einer Krisensituation eingesetzt wird, um die Öffentlichkeit zu informieren, Vertrauen zu erhalten und Schaden zu begrenzen. Sie umfasst die transparente, schnelle und einheitliche Weitergabe von Informationen, um Missverständnisse zu vermeiden und angemessen auf die Krise zu reagieren.
Kritische Infrastruktur: Einrichtungen, Anlagen und Systeme, deren Ausfall oder Beeinträchtigung schwerwiegende Folgen für die Gesellschaft, Wirtschaft oder die öffentliche Sicherheit hätte. Der Bundesrat hat neun Bereiche als Bestandteile der kritischen Infrastrukturen definiert, darunter den Bereich Gesundheit.
Laboratorien: Laboratorien sind Räumlichkeiten, die über die Strukturen, Einrichtungen und Geräte verfügen, die für Manipulationen, Analysen oder Messungen im Rahmen wissenschaftlicher Forschung, medizinischer oder veterinärmedizinischer Analysen oder technischer Tests erforderlich sind.
Masken: Im Pandemieplan verwendeter Überbegriff für Atemschutzmasken und medizinische Gesichtsmasken (Hygienemasken).
Massnahmen im internationalen Personenverkehr: Alle gesundheitlichen Massnahmen, die an der Grenze oder im internationalen Reiseverkehr ergriffen werden, um die Einschleppung und Verbreitung von übertragbaren Krankheiten zu verhindern. Die Massnahmen basieren auf dem Epidemiengesetz (EpG) sowie auf internationalen Vorgaben, wie den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2005 .
Mediaplanung: Mediaplanung bezeichnet den gesamten Planungsprozess zur gezielten Nutzung von Massenmedien (Printmedien, Radio, Fernsehen, Internet usw.) für Zwecke der Werbung. Es handelt sich um einen wesentlichen Prozess im Bereich des Marketings und der Werbung, bei dem die Auswahl von Medienkanälen strategisch erfolgt, um eine Zielgruppe effektiv zu erreichen.
Medizinische Gesichtsmasken (Hygienemasken): Medizinische Gesichtsmasken können bei korrekter Anwendung vor allem andere Personen vor einer Ansteckung durch Tröpfchen schützen (Fremdschutz). Daneben besteht auch ein Selbstschutz gegenüber Tröpfchen von anderen Personen in unmittelbarer Nähe. Sie sind für den Gebrauch in Alltagssituationen ausreichend. Medizinische Gesichtsmasken gelten als Medizinprodukt und sind im Heilmittelgesetz (HMG, SR 812.21) und in der Medizinprodukteverordnung (MepV, SR 812.213) geregelt.
Medizinische Güter: Im Pandemieplan verwendeter Überbegriff für Güter, die zur Bekämpfung einer Pandemie wichtig sein können. Sie umfassen in der Regel folgende drei Kategorien:
- Arzneimittel: Antikörper, antivirale Wirkstoffe, Anästhetika, Sedativa, Antimykotika, Herz-Kreislaufmedikamente, Antibiotika, Impfstoffe, Muskelrelaxantien und weitere Arzneimittel,
- Medizinprodukte: In-vitro-Diagnostika, Beatmungsgeräte, Überwachungsgeräte, medizinische Gesichtsmasken, chirurgische Handschuhe, Infusionsbesteck, Spritzen, Kanülen,
- Persönliche Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel: Atemschutzmasken (FFP2-Masken), Überschürzen, Schutzanzüge, Schutzbrillen, Einwegkopfhauben, Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion und Flächendesinfektion.
Medizinprodukte: Produkte, die für die medizinische Verwendung bestimmt sind oder als solche beworben werden, sofern die Hauptwirkung nicht durch ein Arzneimittel erzielt wird. Medizinprodukte werden im Heilmittelgesetz (HMG, SR 812.21) und der Medizinprodukteverordnung (MepV, 812.213) geregelt. Zu den Medizinprodukten zählen unter anderem Instrumente, Apparate, In-vitro-Diagnostika, Software, chirurgische Masken, Kondome und Desinfektionsmittel zur Desinfektion oder Sterilisation von Medizinprodukten.
Nicht zu den Medizinprodukten gehören:- Persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie bspw. Schutzbrillen und Atemschutzmasken,
- Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion und Flächendesinfektion: siehe Desinfektionsmittel.
Morbidität: Häufigkeit oder Ausmass einer (Infektions-)Krankheit in einer Population oder bestimmten Bevölkerungsgruppe.
Mortalität: Häufigkeit von Todesfällen in einer Population oder bestimmten Bevölkerungsgruppe.
Multiplikatoren: Multiplikatoren sind Personen oder Institutionen, die Informationen, Wissen oder Verhaltensweisen an eine grössere Zielgruppe weitervermitteln. Sie spielen eine Schlüsselrolle in der Kommunikation, indem sie als Vermittlerinnen und Vermittler oder Influencer fungieren und die Reichweite von Botschaften erhöhen.
Nachtragskredit: Ein Nachtragskredit ist einzuholen, wenn der vom Parlament bewilligte Voranschlag für bestimmte Ausgaben keinen oder keinen ausreichenden Kredit enthält.
Nicht-pharmazeutische Massnahmen (engl. non-pharmaceutical interventions, NPI): Massnahmen zur Infektionskontrolle, die darauf abzielen, die Ausbreitung eines Krankheitserregers zu reduzieren und dabei keinen direkten Einsatz von Impfungen oder Therapien und Arzneimitteln erfordern.
Normale Lage: In Bezug auf die Prävention, Überwachung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten gilt Alltag. Die Zuständigkeiten liegen bei den ordentlichen Vollzugsorganen (vgl. Art. 1–5 sowie 8–88 EpG). Zuständig zur Anordnung von Massnahmen gegenüber einzelnen Personen und gegenüber der Bevölkerung (Art. 33–38 sowie Art. 40 EpG) sind ausschliesslich die kantonalen Vollzugsbehörden.
Normativ: Der Begriff bezieht sich auf Prinzipien, Regeln oder Standards, die vorschreiben, wie etwas sein sollte.
Off-Label-Use: Anwendung fertiger und in der Schweiz zugelassener Arzneimittel, abweichend von der genehmigten und veröffentlichten Fachinformation (z.B. Anwendung eines Arzneimittels in einer nicht registrierten Indikation, Altersgruppe oder Verabreichung in einer nicht zugelassenen Dosierung, Applikationsform oder Anwendungsdauer).
One Health-Ansatz: Die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist eng miteinander verknüpft. Beim One Health-Ansatz arbeiten die Akteurinnen und Akteure der verschiedenen Disziplinen – Humanmedizin, Veterinärmedizin, Umweltwissenschaften – fachübergreifend zusammen, um das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern zu reduzieren.
Open Government Data: Open Government Data, auch offene Verwaltungsdaten genannt, sind alle in Erfüllung einer staatlichen Aufgabe erstellten, erhobenen oder gesammelten Daten, die frei, ohne grundlegende rechtliche, finanzielle oder technische Einschränkungen genutzt, verarbeitet, ausgewertet und weitergegeben werden dürfen.
Operativer Krisenstab (OPK): Der OPK ist Teil der Krisenorganisation des Bundes. Er trägt die für die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen relevanten Informationen zusammen und bereitet sie zuhanden des politisch-strategischen Krisenstabs auf.
Palliative Care: Palliative Care stärkt die Selbstbestimmung des schwerkranken Menschen, indem das Leiden gelindert und somit eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende ermöglicht wird. Ihr Schwerpunkt liegt in der Zeit, in der die Heilung der Krankheit als nicht mehr möglich erachtet wird und kein primäres Ziel mehr darstellt.
Pandemie: Neu in Erscheinung tretende Infektionskrankheit mit weltweiter und starker Ausbreitung.
Pandemische Phase: Es kommt in der Schweiz zu einer Epidemie mit exponentiellem Wachstum. Auf diese Phase folgt die Stabilisierungsphase.
Partizipation: Partizipation bedeutet die aktive Beteiligung von Individuen oder Gruppen an Entscheidungsprozessen, Projekten oder gesellschaftlichen Aktivitäten. Ziel ist es, dass Betroffene ihre Meinungen und Interessen einbringen können, um gemeinsam Lösungen zu gestalten und Verantwortung zu teilen.
Pathogenität: Fähigkeit eines Erregers, eine Erkrankung hervorzurufen.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Bezeichnung gemäss Arbeitsschutz für spezielle Ausstattung zum Selbstschutz. Die PSA unterliegt der Verordnung über die Sicherheit von persönlichen Schutzausrüstungen (PSAV, SR 930.115).
Pharmakovigilanz: Überwachung der Sicherheit von Arzneimitteln (inkl. Impfstoffe). Swissmedic erfasst Sicherheitssignale u.a. zu Arzneimitteln und Impfstoffen anhand von Meldungen unerwünschter Wirkungen aus der Schweiz. Schwerwiegende, bisher unbekannte oder in der Fachinformation des betreffenden Arzneimittels ungenügend erwähnte sowie weitere medizinisch wichtige unerwünschte Wirkungen müssen gemeldet werden. Swissmedic bewertet sie. Wenn die Abklärungen ein neues Risiko bestätigen, leitet Swissmedic die notwendigen Massnahmen ein, mit dem Ziel, die Patientensicherheit zu verbessern und Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Arzneimitteln zu minimieren.
Poisson-Verteilung: Wahrscheinlichkeitsverteilung, mit der die Anzahl von Ereignissen beschrieben werden kann, die bei konstanter Rate in einem festen Zeitintervall eintreten.
Politisch-strategischer Krisenstab (PSK): Der PSK ist Teil der Krisenorganisation des Bundes. Er erarbeitet Handlungsoptionen und Entscheidungsgrundlagen zuhanden des Bundesrates.
Pooling: Verfahren, bei dem Proben mehrerer Personen für die Analyse zu einer einzigen Probe zusammengeführt werden. Wenn der Pool negativ ist, sind alle getesteten Personen negativ. Bei einem positiven Pool werden die einzelnen Personen getestet, um zu klären, welche Person oder Personen infiziert sind. Dieses Verfahren ermöglicht eine effizientere Nutzung von Testkapazitäten, insbesondere in Situationen mit niedriger Infektionsprävalenz.
Post-Covid-19 Erkrankung: Erkrankung, die normalerweise innerhalb von drei Monaten nach einer vermuteten oder bestätigten Covid-19-Infektion eintritt. Die Symptome dauern mindestens zwei Monate und lassen sich nicht durch andere Diagnosen erklären.
Postexpositionelle Prophylaxe (PEP): Medizinische Massnahme, die nach einem Kontakt mit einem Krankheitserreger durchgeführt wird. Sie soll eine Ansteckung verhindern oder den Krankheitsverlauf abmildern.
Präexpositionelle Prophylaxe (PrEP): Medizinische Massnahme, die vor einem Kontakt mit einem Krankheitserreger durchgeführt wird. Sie soll eine Ansteckung verhindern oder den Krankheitsverlauf abmildern.
Primärprävention: Primärprävention zielt darauf ab, die Ausbreitung einer Infektion und somit das Entstehen einer Pandemie zu verhindern oder zu verlangsamen.
Proximity-Tracing-System: System zur Benachrichtigung von Personen, bei denen aufgrund der Annäherung ihrer mobilen Geräte ein Expositionsrisiko festgestellt werden konnte.
Push-Lieferung: Lieferung von Gütern nicht nach konkretem Bedarf, sondern nach (vorher) festgelegten Mengen oder zu bestimmten Zeiten.
Quarantäne: Eine befristete Separation von krankheitsverdächtigen oder ansteckungsverdächtigen Personen (also von Personen, die sich in der Inkubationsphase der Krankheit befinden). Die Quarantäne kann gemäss Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe a Epidemiengesetz (EpG, SR 818.101) behördlich angeordnet werden.
Reassortierung: Austausch ganzer Genomsegmente zwischen zwei segmentierten RNA-Viren nach Koinfektion derselben Wirtszelle.
Rekombination: Austausch genetischen Materials innerhalb eines Genoms während des Kopiervorgangs von RNA-Viren.
Rezipientin bzw. Rezipient: Empfängerin bzw. Empfänger
R-Wert: Epidemiologischer Parameter, der die durchschnittliche Anzahl an Personen beschreibt, die von einer infizierten Person angesteckt werden, wenn – im Unterschied zur Basis-Reproduktionszahl R0 – bereits eine gewisse Immunität in der Bevölkerung besteht und/oder Kontrollmassnahmen ergriffen wurden.
Sans-Papier: Als Sans-Papiers werden Personen bezeichnet, die sich ohne Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz aufhalten. Auch Personen, deren Asylgesuch rechtskräftig abgelehnt wurde, die sich aber weiterhin in der Schweiz aufhalten, sowie Asylsuchende mit Nichteintretensentscheid sind Sans-Papiers. Sans-Papiers haben das Recht und die Pflicht, eine obligatorische Krankenpflegeversicherung abzuschliessen; in der Praxis ist dies bei den meisten Sans-Papiers nicht gegeben.
Schweregrad: Charakterisiert das mögliche Ausmass der durch einen Krankheitserreger verursachten Schädigung der öffentlichen Gesundheit.
Sekundärprävention: Sekundärprävention lindert die Folgen einer bereits erfolgten Übertragung für die infizierte Person wie für die Gesellschaft. Durch möglichst frühzeitiges Erkennen der Infektion kann mittels therapeutischen Massnahmen ggf. verhindert werden, dass eine Person erkrankt, oder der Schweregrad der Erkrankung kann reduziert werden. Gleichzeitig kann die infizierte Person durch geeignete Massnahmen die Übertragung auf weitere Personen verhindern oder reduzieren.
Selbstbestimmung/Autonomie: Selbstbestimmung/Autonomie bezeichnet die individuelle Freiheit jedes und jeder Einzelnen, eigenständig Entscheidungen über das eigene Leben und den eigenen Körper zu treffen. In pandemischen Situationen kann dies beispielsweise die Entscheidung über eine Impfung oder medizinische Behandlung betreffen.
Selektive Prävention: Massnahmen richten sich an Gruppen mit vermuteter besonderer Gefährdung oder besonderem Risiko einer Übertragung.
Sensibilisierungsphase: Die Sensibilisierungsphase ist der Zeitraum vor einer Krise, in dem die Bevölkerung durch Aufklärung und Präventionskommunikation auf mögliche Risiken vorbereitet wird. Ziel ist es, grundlegendes Wissen zu vermitteln und das Bewusstsein für Schutzmassnahmen und die Bedeutung von Vorsorge zu schärfen.
Serielles Intervall: Zeitspanne zwischen dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome bei einer infizierten Person und dem Auftreten der ersten Symptome bei einer von dieser angesteckten Person.
Setting-Ansatz: Ein Setting (Lebenswelt) ist ein Sozialzusammenhang, in dem Menschen sich in ihrem Alltag aufhalten und der Einfluss auf ihre Gesundheit und Lebensqualität hat. Prävention ist dann besonders erfolgreich, wenn sie Menschen in ihrem Setting erreicht und krankheitsverursachende Faktoren des Settings reduziert (z. B. aufsuchende HIV-Beratung im Sexgewerbe, repetitive Covid-19-Testung und Impfkampagnen in Betrieben, Massnahmen gegen die Übertragung von H5N1 in Geflügelbetrieben und Schlachthöfen).
Single Point of Contact (SPOC): Zentrale Anlaufstelle in einer Organisation für ein bestimmtes Thema, Problem oder eine festgelegte Tätigkeit.
Solidarität: Solidarität bedeutet Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung innerhalb einer Gemeinschaft, besonders in Krisenzeiten. Während einer Pandemie ist Solidarität essenziell, um vulnerable Gruppen zu schützen und die Auswirkungen der Krise gemeinsam zu bewältigen.
Sozialmedizinische Institutionen: Einrichtungen, Betriebe und Organisationen, die sich mit der Verbindung von sozialen Faktoren und gesundheitlichen Aspekten befassen. Sie behandeln, beraten oder betreuen Personen, die aufgrund von sozialen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Herausforderungen besonderen Bedarf haben. Sie können zur beruflichen und sozialen Rehabilitation beitragen oder die Ausübung einer Beschäftigung ermöglichen. Dazu gehören unter anderem Langzeitpflegeinstitutionen (insbesondere Alters- und Pflegeheime), Institutionen für Personen mit Behinderungen oder für Kinder und Jugendliche sowie Betriebe und Organisationen der häuslichen Pflege wie beispielsweise Spitex-Dienste.
Stabilisierungsphase: Die Inzidenz und Auswirkungen nehmen ab, wodurch sich ein Übergang zu einer Endemie abzeichnet. Auf diese Phase folgt die interpandemische Phase.
Superspreading: Phänomen, bei dem einzelne Infizierte überdurchschnittlich viele Zweitinfektionen verursachen, während die Mehrheit nur wenige oder niemanden ansteckt.
Superspreading-Event: Ereignis oder Situation, in der es zu einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Übertragungen durch eine infizierte Person oder wenige infizierte Personen kommt. Dabei können sowohl biologische Faktoren des Erregers und des Wirts als auch die Bedingungen (z. B. enge Kontakte, schlechte Belüftung, hohe Personendichte) eine Rolle spielen.
Tertiärprävention: Ist eine Person chronisch erkrankt (z. B. an Aids oder einer Post-Covid-19-Erkrankung), so kann sie mittels Tertiärprävention unterstützt werden im Umgang mit ihrer Erkrankung. Das Risiko von Rückfällen und Folgeschäden kann vermindert werden.
Therapie: Behandlung (z. B. medikamentös, physikalisch, psychotherapeutisch) von Krankheiten oder gesundheitlichen Störungen, um eine Verbesserung des Zustands oder eine Heilung zu erreichen.
Transparenz: Transparenz bedeutet Offenheit und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und Prozessen. Transparenz ist wichtig, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, zu erhalten und sicherzustellen, dass Massnahmen verständlich und nachvollziehbar kommuniziert werden.
Übersterblichkeit: Erhöhte Mortalität, die über das zu erwartende Mass hinausgeht.
Universelle Prävention: Massnahmen richten sich an die gesamte Bevölkerung, unabhängig von ihrem Gefährdungspotential.
Verhaltensprävention: Massnahmen richten sich an das Individuum, mit dem Ziel, sein Verhalten so zu verändern, dass eine Infektionsübertragung verhindert oder vermindert wird (z. B. Masken tragen, regelmässig lüften).
Verpflichtungskredit: Ein Verpflichtungskredit ist einzuholen, wenn über das laufende Jahr hinauswirkende finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden sollen. Mit dem Verpflichtungskredit wird das zuständige Departement vom Parlament ermächtigt, bis zum festgesetzten Höchstbetrag für einen bestimmten Zweck finanzielle Verpflichtungen einzugehen. Ein Verpflichtungskredit erlaubt es dem zuständigen Amt aber nicht, zur Erfüllung solcher Verpflichtungen bereits Ausgaben zu tätigen. Hierzu braucht es einen Voranschlagskredit.
Virulenz: Grad der Pathogenität eines Krankheitserregers.
Voranschlagskredit: Um Auslagen/Zahlungen zu tätigen, braucht das zuständige Amt einen vom Parlament für diesen Zweck bewilligten Voranschlagskredit. Die Anträge/Eingaben der Ämter zum Voranschlagskredit erfolgen im April; das Parlament beschliesst im Dezember über den Voranschlagskredit für das darauffolgende Jahr.
Vulnerabilität: (Verwundbarkeit, Verletzbarkeit) bezeichnet einen individuellen Zustand oder eine Situation, in welcher das Risiko einer Person oder einer Gruppe erhöht ist, eine bestimmte psychische oder körperliche Krankheit oder Verhaltensprobleme zu entwickeln. Vulnerabilität ergibt sich aus dem komplexen Zusammenspiel verschiedener biologischer, psychischer, sozialer und physischer Risikofaktoren bei geringer Resilienz.
Wissensziel: Ein Wissensziel beschreibt das Bestreben, dass eine Person spezifische Kenntnisse oder Einsichten erlangt und versteht, ohne dass eine konkrete Handlung erwartet wird. Solche Ziele sind wichtig, um sicherzustellen, dass relevante Informationen erfasst und nachhaltig verinnerlicht werden.
Zahlungskredit: Der Zahlungskredit ist ein Synonym zum Voranschlagskredit. Anstelle des Bundesbegriffs «Voranschlagskredit» wird umgangssprachlich oft «Zahlungskredit» verwendet.
Zoonosen: Infektionskrankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden können.